Rückzug aus nationalem US-Expressmarkt

In der Region Americas nehmen die Vereinigten Staaten als größter Expressmarkt eine besondere Stellung ein. Die wichtigsten Handelsrouten der Welt sind mit den USA verbunden und etwa 49% aller DHL-Sendungen werden dort in Rechnung gestellt, wo nahezu die Hälfte unserer 200 größten Kunden sitzt.

Seit der Übernahme von Airborne im Jahr 2003 haben wir uns dafür eingesetzt, das Inlandsgeschäft in den Vereinigten Staaten zum Erfolg zu führen und DHL als dritte Kraft in diesem Duopolmarkt zu etablieren. Heute müssen wir sagen: Unsere guten betrieblichen Leistungen haben sich finanziell nicht ausgezahlt. Die Konjunkturschwäche in den USA und die Aussicht auf eine globale Rezession haben zuletzt den Druck so erhöht, dass wir im Interesse unserer Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden eine nachhaltige Lösung finden mussten.

Im November 2008 haben wir beschlossen, uns bis Anfang 2009 aus dem nationalen US-Expressgeschäft zurückzuziehen. Wir widmen uns dort wieder vollständig unserer Kernkompetenz, dem internationalen Expressgeschäft. Die Vereinigten Staaten bleiben auch künftig ein wesentlicher Bestandteil unseres globalen Netzwerks, dessen Reichweite und Leistungsfähigkeit uns eine führende Position im Expressmarkt garantieren. Mit einem Anteil von 9% (2007) am internationalen Expressmarkt in den USA waren wir hier auch im Berichtsjahr wettbewerbsfähig und konnten unsere Marktposition festigen.

Im internationalen Expressgeschäft der Länder Latein- und Mittelamerikas wächst DHL kräftig und ist mit einem Anteil von 36% (2007) Marktführer. Zwar hat hier die US-Konjunktur das internationale Mengenwachstum verlangsamt, die nationalen Expressmärkte sind jedoch dynamisch gewachsen, vor allem in Mexiko und Venezuela. 

Abschwächung in Europa zunehmend spürbar

Der europäische Markt für Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen (KEP) belief sich im Jahr 2007 auf 15,3 Mrd € (Vorjahr: 12,1 Mrd €). Haupttreiber des Wachstums war der Internethandel. Zudem ist die Basis – verglichen mit dem Vorjahr – erweitert worden, vor allem um osteuropäische Länder.

Im Berichtsjahr hat die Konjunktur das Mengenwachstum negativ beeinflusst. Zugleich hat sich der Trend verstärkt, Luftexpress-Sendungen auf den günstigeren Landtransport zu verlagern.

Auf dem internationalen KEP-Markt Europas haben wir unsere führende Position behauptet, in den osteuropäischen Ländern sogar ausgebaut. Wir sind auf vielen Handelsrouten – vor allem bei Verbindungen von und nach Asien und Osteuropa – stärker als der Markt gewachsen.

Unseren Service für Time-Definite-Zustellungen haben wir erweitert und bieten ihn nunmehr in 55 Ländern an. In Europa können wir jetzt mehr als 94% (Vorjahr: 80%) aller Geschäftsadressen bis 12 Uhr beliefern.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet unser neues interkontinentales Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle, das wir im Mai 2008 nach nur drei Jahren Planung und Bauzeit pünktlich in Betrieb genommen haben. Rund 300 Mio € hat der Konzern in den Standort investiert, an dem werktäglich etwa 60 Flugzeuge starten und landen und rund 1.500 Tonnen Fracht umgeschlagen werden. Dadurch konnte die Zahl der Direktflüge innerhalb Europas und darüber hinaus erhöht werden: Wir unterhalten Verbindungen in 46 Länder auf drei Kontinenten. 

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US-amerikanischer internationaler KEP-Markt 2007

 

Europaeischer internationaler KEP-Markt 2007

 

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